Lourdesgrotte

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Im November 1938 wurde die Schweiz von einer Viehseuche heimgesucht. Die Bewohner der Gemeinde Ueberstorf waren sehr besorgt darüber und fürchteten, dass die Seuche auch vor ihren Ställen keinen  Halt machen würde. Der damalige Pfarrer fasste den Entschluss, zu Ehren „unserer lieben Frau von Lourdes“ eine Grotte zu errichten. Man erhoffte sich, dass durch die Fürsprache Mariens die Gemeinde von der schrecklichen Seuche verschont bliebe.

In einem alten Steinbruch im Birchwald schien der ideale Ort für eine derartige Stätte zu sein. Am 3. Juli 1939 wurde mit den Arbeiten begonnen. Otto Raemy, Lehrer der Mittelstufe, begann mit seinen Schülern die Ablagerungen im Steinbruch auszuräumen. Der stillgelegte Steinbruch, aus welchem auch der Sandstein für die Erweiterung der Kirche stammen soll, hatte zeitweise als Mülldeponie gedient. Der Unrat musste mit grossen Handwagen in die damalige Grube entsorgt werden. Vier Tage später konnte man bereits mit den nötigen Sprengungen beginnen. Durch die Sprengungen erhielt man eine vorbildsgetreue Vertiefung im Felsen, in die man später die Marienfigur hineinsetzen konnte, für welche der Pfarrer bereits Fr. 200.00 gesammelt hatte.

Weiter wurden zwei Brunnenanlangen angelegt. Da keine natürliche Quelle vorhanden war, führte man mit Hilfe einer Leitung das Wasser, welches oberhalb der Grotte aus einer Felsspalte kam, herbei. Über der Felsvertiefung wurde durch Alfons Stoll ein Schriftzug mit den Worten „Ave Maria“ eingemeisselt. Den Altarsockel fertigte man aus Tuffstein an. Die Mensa allerdings besteht aus einer massiven Sandsteinplatte. Die Statuen wurden aus Lourdes herbeigeschafft.

Am Sonntag, 10. September 1939 konnte die Grotte eingesegnet werden. Von da an wurden regelmässig bei schönem Wetter Maiandachten gehalten. Am 18. März 1958 wurden die  Glocken für das erweiterte Kirchengeläute in Ueberstorf gegossen.  Zu den  bisherigen drei Kirchenglocken kamen drei Neue dazu. Man beschloss eine vierte Glocke zu bestellen, welche für die Lourdesgrotte im Birchwald bestimmt  war. Die Glocke hatte ein Gewicht von 38.4 kg. Die Stifter sowie Fahnenpaten der Glocke waren die Familie Xaver Schafer-Aebischer, als Dank für unfallfreies Holzen im Birchwald.

Bei den an dem Felsen befestigten Tafeln handelt es sich um sogenannte „Ex votos“. Früher hängte man „Ex votos“ in den Wallfahrtskapellen auf, um bildlich oder mit Figuren Danke zu sagen für eine Erhörung. Dieser Brauch wurde dann auch in den Lourdesgrotten angewendet, in Form von einfachen Worttafeln. In neuerer Zeit haben ausländische Gäste  (vor allem aus Portugal und Spanien) diese Tradition in ihrer Muttersprache weitergeführt.

Die Lourdesgrotte wird sehr rege besucht. In den Sommermonaten finden regelmässig Gottesdienste statt. Die Grotte ist ein beliebter Ort zur Stille und zum Gebet.
 
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